10. Juli 2017: Wichtige Demonstration am 2. Juli in Hamburg, also eine Woche vor dem G20-Gipfel

 

Es war eine bunte Teilnehmerzahl – die Zählungen schwanken zwischen 18.000 und 25.000 – die sich zu einem friedlichen Protestmarsch gefunden hatte: Gewerkschaften, Umweltschutz-, Entwicklungshilfe- und Solidaritätsgruppen, Katholische Arbeitnehmerbewegung und sogar vier politische Parteien. Sie reagierten auf die Tatsache, dass soziale, wirtschaftliche und naturräumliche Belange in einer vernetzten Welt immer enger zusammenrücken. Es liege mit dieser Welt etwas ganz grundsätzlich im Argen – so die Grundstimmung.

 

Bereits im Vorfeld der Demonstration wurde der deutschen Kanzlerin Merkel ein Kommunique überreicht, in dem „eine radikale Transformation des gegenwärtigen neoliberalen Wirtschaftssystems“ gefordert wird.

 

Die Demonstration zeigte Wirkung: Die G20-Politiker verabschiedeten einen Aktionsplan zu Klima und Energie. Da, wo es keinen Konsens gab, weil die USA aus dem Klimaabkommen austreten wollen, wurde im Kommunique der Dissens festgeschrieben. Die übrigen 19 Staats- und Regierungschefs bekräftigten, dass die in Paris eingegangenen Verpflichtungen schnellstmöglich umzusetzen seien und dass ein „Aktionsplan Klima und Energie“ verabschiedet worden sei – der sogenannte „Hamburger Aktionsplan“.

 

Die Demonstration war nicht nur ein deutliches Zeichen in Richtung Politik, dass man die Anliegen der Teilnehmer nicht einfach unter den Tisch fallen lassen dürfe. Sie zeigte auch, dass unter den Demonstrierenden eine neue Allianz entstanden war: Gewerkschafter und Umweltschützer marschierten gemeinsam (und nicht getrennt wie z. B. in Österreich in den 1970er und 1980er Jahren gegen das AKW Zwentendorf und gegen die Abholzung der Hainburger Au).