10. September 2017: Der Klimawandel ist keine Glaubensfrage

 

 

Zuerst wütete der Wirbelsturm „Harvey“ in Texas und hinterließ mit Rekordüber-schwemmungen Schäden riesigen Ausmaßes. Dann machte „Irma“ mit noch stärkerer Zerstörungskraft die Karibikinsel Barbuda mehr oder weniger dem Erdboden gleich und nimmt Florida ins Visier. Und weiter draußen im Atlantik braut sich schon „Jose“ zusammen.  Gleichzeitig erleben Menschen in Südostasien die schlimmsten Monsunregenfälle seit langer Zeit. Weit über 2000 Menschen sind ums Leben gekommen. Hunderttausende Überlebende haben ihr Zuhause oder ihre Ernte verloren.

 

Während sich nicht jeder einzelne Hurrikan bzw. Monsun-Extremregen ursächlich auf den Klimawandel zurückführen lässt, bestreitet kaum ein Experte den unterliegenden Trend: Die Extreme nehmen an Intensität zu, weil die Temperaturen im tropischen Meer steigen.

 

Der Klimawandel ist keine Glaubensfrage. Er findet statt, und zwar auch für jene, die die Rolle des Menschen dabei nicht sehen wollen. Sicher haben die Schwankungen der Sonnenaktivität ihren Anteil am Klimawandel. Diese natürlichen Vorgänge können wir nicht ändern. Sicher ist aber auch, dass der Mensch die Klimaerwärmung mit verursacht.  

 

Da nachgewiesen ist, dass CO2 ein Treibhaugas ist, und da dieses CO2 seit der industriellen Revolution auf Grund menschlichen Tuns in zunehmendem Ausmaß in die Atmosphäre gelangt, muss man davon ausgehen, dass der Klimawandel wenigstens zum Teil auf menschlichen Einfluss zurückzuführen ist. Wie weit natürliche Vorgänge das Klima beeinflussen und wie groß der menschliche Anteil am Klimawandel ist, lässt sich nicht feststellen.

 

Ausrede: Klimawandel gab es auch früher

 

Es gab mit Sicherheit vor hunderten Millionen Jahren  wesentlich stärkeren Treibhauseffekt und daher viel heftigere Wettererscheinungen. Damals enthielt die Atmosphäre noch deutlich mehr CO2. Durch fortlaufende Fossilisation von Biomasse wurde der CO2-Gehalt der Atmosphäre reduziert, und es kam allmählich zur heutigen Zusammensetzung der Luft. Dass das Klima in der letzten Million Jahre zwischen Kalt- und Warmzeiten schwankte, ist nachweisbar (Eiszeiten-Warmzeiten). Die Ursache kann nicht festgestellt werden. Vielleicht gab es Zeiten verstärkten Vulkanismus. Zu den Klimaschwankungen der letzten Jahrhunderte gibt es Aufzeichnungen.

 

Aber dass in letzter Zeit die durchschnittliche Lufttemperatur gestiegen ist und dass die Wetterextreme an Zahl und an Intensität zugenommen haben, ist eine wissenschaftlich abgesicherte Tatsache.

 

Die Frage ist, was noch geschehen muss, damit endlich Konsequenzen gezogen werden – damit die Politiker angemessen reagieren – damit jede und jeder Einzelne von uns mit größerer Ernsthaftigkeit klimafreundlich zu denken und klimafreundlich zu handeln beginnt.