11. Dezember 2017 (II): Palmöl – Glyphosat – Regenwald – Klimaveränderung

 

Einen beachtenswerten Beitrag zur Glyphosat-Debatte leistete Josef Buchner, ehemaliger Bürgermeister von Steyregg, in den Oberösterreichischen Nachrichten vom 11. Dezember:

 

Die Zeit der Christstollen ist da, und die günstigen unter diesen Mehlspeisen sind besonders palmfettreich, weil echte Butter gerechterweise einen vielfach höheren Preis hat. Allerdings nur dann, wenn man sehr kurzfristig denkt. Natürlich ist es nicht nur der palmölangereicherte Stollen, es gibt hunderte verschiedene Lebensmittel, in denn Palmöl enthalten ist, dazu kommen noch viele Kosmetika.

 

Sie brauchen ja nur die in verschämt keiner Schrift angeführten Inhaltsstoffe nachzulesen, dann werden Sie ganz häufig „Palmöl“ oder sogar „nachhaltiges Palmöl“ angegeben finden. In Biomargarine, in Ersatzbutter, Frittierfett, Pizzen, Packerlsuppen, Müsliriegeln, Keksen, Schokolade, Nutella, Kosmetika aller Art finden Sie Palmöl, natürlich auch als Bestandteil von Biosprit und Waschmitteln. Alles Bio also? Absolut nein!

 

Viele tausende Hektar Regenwald werden weltweit täglich gerodet, vor allem in Malaysia, Indonesien und Lateinamerika. Aber das brutale Gewinnstreben großer Konzerne durch Pflanzung von Ölpalmen hat auch bereits massiv auf den afrikanischen Kontinent übergegriffen. Denn: Ölpalmen sind wesentlich ertragreicher als andere ölhaltige Pflanzen wie Raps oder Soja. Weil Ölpalmen tropisches Klima brauchen, muss eben der Regenwald, der für das Weltklima von großer Bedeutung ist, weichen. Brandrodung und riesige Bulldozer sind die Werkzeuge dazu.

 

Menschen werden vertrieben und um ihre Lebensgrundlagen gebracht, 5000 Orang-Utans werden jährlich dafür umgebracht und sind im Bestand gefährdet. Die gerodeten Böden werden mit Kunstdünger und Glyphosat „behandelt“, um 30 Jahre lang für die Palmen ertragreich zu sein.

 

Der Palmölverbrauch ist von weltweit 27 Millionen Tonnen im Jahr 2002 auf über 70 Millionen Tonnen 2017 gestiegen, und laut Prognosen könnte er 2050 240 Millionen Tonnen betragen. 27 Millionen Hektar Regenwald, eine Fläche so groß wie Neuseeland, wurde abgeholzt. Tendenz stark steigend.

 

Mit der Zerstörung der Regenwälder und dem Treibhauseffekt wird die Klimaanlage unseres Planeten zerstört, wie man aus den Klimakatastrophen der letzten Jahre sieht. Regenwaldzerstörung – Ölpalmen – Glyphosat – Umweltzerstörung – Klimawandel, ein erschreckend direkter Zusammenhang. Und die EU schaut zu und fördert mit dem Biosprit diese Zerstörung. Nein, stimmt nicht: Die EU erlässt Richtlinien über die nicht zu starke Bräunung von Pommes, aber nicht darüber, in welchem gefährlichen Frittierfett aus 90 Prozent Palmöl einschließlich Glyphosat-Rückständen diese gebacken werden.

 

Österreich sollte sich beim Verbot von Glyphosat Kärnten als Vorbild nehmen, das dieses unter Krebsverdacht stehende Spritzmittel landesweit verbieten will, nachdem auch hier die EU versagt hat und vor den Erzeugerkonzernen eingeknickt ist.