11. November 2017: Mehr Anstrengungen gegen Klimaerwärmung erforderlich

 

Im Pariser Klimaabkommen von 2015 hatten die Staaten vereinbart, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen, auf jeden Fall aber auf deutlich unter zwei Grad. Daraufhin hat sich jedes Land Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen verordnet. Es stellt sich nun heraus, dass die Länder viel mehr als bisher geplant tun müssten, um einen Klimakollaps abzuwenden.

 

Wenn die Länder nur das erfüllen, was sie an Klimaschutzmaßnahmen zugesagt haben, werde sich die Erdtemperatur laut UNO-Umweltprogramm „UNEP“ (1) um mindestens drei Grad im Vergleich zur Zeit vor der Industrialisierung erhöhen. Nach Angaben der Weltwetterorganisation „WMO“ (2) ist es auf der Erde im globalen Schnitt bereits um 1,2 Grad wärmer.

 

Viele Forscher warnen schon bei plus 1,5 Grad vor kaum tragbaren Folgen für die Menschheit: Abschmelzen der Eiskappen, Anstieg des Meeresspiegels, mehr Wetterextreme.

 

„Es besteht dringend Bedarf, die kurzfristigen Maßnahmen zu beschleunigen und die langfristigen Ziele ehrgeiziger zu gestalten“, hießt es im UNEP-Bericht. Die Klimaziele der Staaten ergäben nur ein Drittel der Emissionsreduktionen, die bis 2030 nötig wären, um die schlimmsten Folgen der Erderhitzung zu vermeiden.

 

In einer Studie der Universität für Bodenkultur in Wien wird darauf hingewiesen, dass eine globale Temperaturerhöhung von zwei Grad für Österreich eine stärkere Erwärmung bedeuten würde, nämlich ein Plus von 4,5 bis 6,6 Grad Celsius. Die Zahl der Hitzetage und Tropennächte würde sich verzehnfachen.

 

Die größte Gefahr des Klimawandels liegt darin, dass er so langsam und leise fortschreitet.

 

Auch wenn der Ausstoß von CO2 – dem wichtigsten Treibhausgas – stabil bleibt, steigt dessen Konzentration in der Atmosphäre. Selbst wenn die Erdbevölkerung ab sofort überhaupt keine Treibhausgase mehr emittieren würde, ginge die Erwärmung noch viele Jahre weiter. Ein Beispiel: Derzeit fungieren die Gletscher noch als Reflektoren und „Kühlschränke“, denn ihre weiße Oberfläche reflektiert die Sonnenstrahlen ins All, und beim Schmelzen verbrauchen die Eismassen enorm viel Wärme, die sie der Atmosphäre entziehen. Je kleiner die Gletscher aber werden, desto geringer werden diese kühlenden Wirkungen, was zusätzlich die Klimaerwärmung anheizt.

 

Österreich ist säumig

 

Eine nationale Energie- und Klimastrategie wurde monatelang mit Experten beraten, die Präsentation mehrmals verschoben und heuer im Juni ausgesetzt. Das Kyoto-Ziel wurde weit verfehlt (was Strafzahlungen zur Folge hatte). Völliges Politikversagen herrscht im Verkehrssektor: Die Treibhausgasemissionen haben seit 1990 um über 60 Prozent zugelegt. Diesel ist billiger als in den meisten Nachbarländern. Der LKW-Verkehr wächst beängstigend. Neuerdings verstärkt sich der Trend zu schweren, stark motorisierten PKWs.

 

Da wird sich einiges verändern müssen !!!

 

 

 

(1) UNEP = United Nations Environment Programme

 

(2) WMO = World Meteorological Organization