27. November 2017: Österreichs Betriebe fordern Klimaschutz

 

 

Ende vergangener Woche setzte Österreichs Wirtschaft einen unüblichen Schritt. Auf Initiative der Umweltorganisationen WWF und Global 2000 forderten 242 Unternehmen in einem „dringlichen Appell“ an die künftige Bundesregierung eine zukunftsweisende Energie- und Klimapolitik.

 

„Als verantwortungsbewusste Unternehmen wollen wir selbst zum Klimaschutz beitragen“,  schreiben 242 Konzerne und Betriebe an ÖVP-Chef Sebastian Kurz und an FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache. „Dafür brauchen wir tatkräftige Unterstutzung aus der Politik. Wichtig ist für uns eine langfristige Ausrichtung der Energie- und Klimapolitik, um Planungs- und Investitionssicherheit zu stärken.“

 

Sie ermahnen die Politiker, dass es in der nächsten Legislaturperiode einen größeren Stellenwert der Energie- und Klimapolitik brauche. Die notwendigen Schritte für den Aufbau eines zukünftigen Energiesystems müssten jetzt eingeleitet werden. Dies sei wichtig, um teure Fehlinvestitionen zu vermeiden.

 

Die Wirtschaftsunternehmen appellieren deshalb an die künftige Regierung, eine Reihe von konkreten Punkten umzusetzen. An erster Stelle fordern sie die Erstellung einer verbindlichen Gesamtstrategie für den Energie- und Klimabereich. „Ziel ist der vollständige Ausstieg aus fossilen Energieträgern bis 2050 mit Umsetzungsplan, Zwischenschritten und jährlichem Monitoring.“

 

Darüber hinaus fordern die Unternehmen – unter ihnen voestalpine, Rosenbauer, Wienerberger, Palfinger, die Umdasch-Gruppe, Spar, Rewe, die Erste Group, T-Mobile oder Ikea – einen Aktionsplan für saubere Mobilität von Personen und Gütern. Auch ein Maßnahmenpaket für nachhaltige Wärmeversorgung sowie ein Programm für Energieeffizienz und Energiesparen wünschen sich die Betriebe.

 

Die Energiewende soll zudem im Umbau des Steuer- und Abgabensystems ihren Niederschlag finden. Fossile Energieträger sollen stärker belastet werden, während Arbeit sowie Investitionen in die Energiewende steuerlich entlastet werden sollen.

 

„Wir sind bereit, unsere Investitionen in Forschung und Entwicklung, effiziente Produktionstechnologien und Dienstleistungsprozesse sowie umweltschonende Mobilitätslösungen entsprechend auszurichten. Dafür brauchen wir aber auch klare Leitplanken der Politik. Bitte stellen Sie sicher, dass die wesentlichen Schritte zügig und konsequent umgesetzt werden“, schreiben die Unternehmen an Kurz und Strache.

 

„Wir sehen die große Chance, neue Märkte zu eröffnen, Tausende Arbeitsplätze zu schaffen und Konjunkturimpulse zu setzen. Nützen wir diese Chance und zeigen wir, dass in Österreich die Umsetzung der Energiewende gelingen wird.“

 

 

Quelle: „Salzburger Nachrichten“ vom 27. November 2017, Seite 14