28. November 2017: EU gestattet Glyphosat leider für weitere fünf Jahre

 

Einerseits steht der Verdacht im Raum, dass das vom US-Konzern Monsanto hergestellte Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat „wahrscheinlich krebserregend“ ist. Es gibt aber auch Studien, in denen die Ansicht vertreten wird, dass sich solche Bedenken nicht ausreichend beweisen lassen. Einerseits geht es also „nur“ um einen Expertenstreit. Andererseits gehört die Gesundheit zu den wichtigsten Gütern unseres Lebens. Wenn es um dieses hohe Gut geht, müsste eigentlich schon der von einigen Experten geäußerte Verdacht genügen, um Glyphosat abzulehnen.

 

Nur äußerster Lebensmittel-Mangel, also Hungersnot, könnte ein Grund sein, sich auf das Risiko des Glyphosat-Einsatzes einzulassen. Es herrscht aber keine Not. Es herrscht Überproduktion. Wir leben bezüglich Ernährung in einer Überflussgesellschaft. Tonnenweise werden Lebensmittel weggeworfen. Es ist pervers: Eine ganz kleine Gruppe von Menschen, die noch dazu weiter schrumpft, erzeugt unter ständigem Kosten-, Preis- und Rationalisierungsdruck jene riesige Menge an Nahrungsmitteln, die für unser Leben enorm wichtig sind.

 

Dass sich die meisten Bauern dazu verführen ließen, sich immer härterer Produktions-methoden zu bedienen, darf daher nicht wundern. Auch nicht, dass das Bauernsterben fortschreitet („wachsen oder weichen“). Glyphosat ist ja lediglich ein Element einer Fehlentwicklung, deren Kennzeichen riesige Monokulturen, Agrochemie, Insektensterben, massiver Einsatz von schweren Maschinen, Bodenverdichtung, Bodenerosion, Humusabbau und Massentierhaltung sind. Die industrielle Schlachtung von Tieren und „Hybridhühner“ (diese sind entweder ausschließlich Lege- oder Masthühner, sind zur Fortpflanzung unfähig und müssen daher immer wieder vom Massentierhalter zugekauft werden) passen in dieses Muster.

 

Es kann nicht so weitergehen! Wir brauchen eine Landwirtschafts-Wende! Der Bio-Landbau ist die einzige nachhaltige Form der Landwirtschaft und das Gegenmodell zur zerstörerischen industriellen Landwirtschaft. Das Argument, die Ernährung der Weltbevölkerung sei auf der Basis von Bio-Landbau nicht möglich, gilt nicht mehr.

 

Es muss Schluss werden mit dem Exzess, dass das Essen nichts kosten darf („…weil ja die neuen Alu-Felgen fürs Auto 400 Euro kosten.“). Natürlich ist der Weg zur ökologischen Landwirtschaft steinig. Natürlich ist Bio-Landbau aufwendiger und daher teurer. Aber uns muss der Umstieg auf ökologisch schonendere Ackerbaumethoden etwas wert sein. Die wachsende Nachfrage nach Produkten aus ökologischer Landwirtschaft gibt Hoffnung. Immer mehr Menschen sind dazu bereit, dafür auch mehr zu bezahlen. Das stärkt der Politik den Rücken, den Richtungswechsel in der Landwirtschaft voranzutreiben.    

 

 

Siehe auch: „Warum esse ich bio“