29. Juli 2019: Welterschöpfungstag (Weltüberlastungstag, Earth Overshoot Day)

 

Ab heute lebt die Menschheit bis zum Jahresende sozusagen „auf Pump“. Oder anders gesagt: Alles, was unser Planet Erde im Laufe des heurigen Jahres an nachwachsenden Rohstoffen und Naturleistungen produzieren kann, ist mit heutigem Tag aufgebraucht.

 

Das Besondere, aber noch viel mehr das Erschreckende an diesem Tag ist, dass er von Jahr zu Jahr im Kalender weiter nach vorne Richtung Jahresbeginn rückt. Voriges Jahr war dieser Tag erst am 1. August, also drei Tage später. Im Jahr 1971 herrschten noch andere Verhältnisse: Der Welterschöpfungstag war der 21. Dezember. 1961 gab es noch keinen Welterschöpfungstag, denn die Menschheit ließ sogar noch Reserven übrig.

 

1971 überstieg der jährliche Verbrauch erstmals die global zur Verfügung stehenden Ressourcen eine Jahres. Ab 21. Dezember lebte die Menschheit somit „auf Pump“.

 

Der Erd-Verbrauch wird in Erde-Einheiten angegeben. Derzeit liegt der globale Verbrauch nachwachsender Rohstoffe und Naturleistungen im weltweiten Durchschnitt bei 1,75 Erde-Einheiten, 1971 betrug er 1,01 Erde-Einheiten und 1961 nur 0,73 Erde-Einheiten.

 

 

In der Kronen Zeitung vom 29. Juli 2019 melden sich die NGOs Greenpeace, GLOBAL 2000, WWF und „Footprint“ mit ihrem Aktivisten Wolfgang Pekny zu Wort:

 

„Unsere Erde stößt immer mehr an ihre Belastungsgrenzen. Die eskalierende Klimakrise, die Ausbeutung der Urwälder, der weltweite Verlust der Artenvielfalt, die leer gefischten und sauren Meere sowie die ausgezehrten Böden sind nur verschiedene Symptome der gleichen Ursache, nämlich, dass der Planet Erde zu klein geworden ist für die Konsumgewohnheiten der ‚global consumer class’, drückt es Pekny drastisch aus.

 

Die erschreckenden Berechnungen zum globalen Fußabdruck: Insgesamt bietet die Erde etwa 12,2 Milliarden Hektar Bioproduktiver Fläche. Der rechnerische Anteil für jede Person beträgt demnach 1,7 Globale Hektar (gha). Der durchschnittliche Österreicher beansprucht aber 6,0 gha. Würden alle Erdenbürger auf ähnlich großem Fuß leben wie wir in Österreich, wären mehr als drei Planeten nötig…“

 

 

Die „Fridays for Future“-Idealistin Angelika Lauber weist auf die bedrückende Tatsache hin, dass für Österreich der Welterschöpfungstag schon am 9. April stattfand.