3. Dezember 2018: Eröffnung der 24. UNO-Klimakonferenz

 

Es geht um eine Überlebensfrage der Menschheit. Dem Pariser Klimaschutz-Abkommen von 2015 gegen die Erderwärmung muss endlich „Leben eingehaucht werden“. Es geht darum, Regeln klarer zu formulieren, wie kann man die Emissionen messen, also den Fortschritt bei der Emissionsminderung feststellen. Dies ist mit großem Aufwand verbunden, für den zum Teil die Strukturen fehlen. Die Vorzeichen sind schlecht, denn zuletzt ist der CO2-Ausstoß weltweit wieder gestiegen, auch in Österreich. Und der Präsident der USA will aus dem Klimaschutz-Abkommen aussteigen. Auch der Präsident Brasiliens.

 

Mahnende Worte von UNO-Generalsekretär Antonio Guterres: „Es braucht mehr politischen Willen. Die Politiker dieser Generation werden daran gemessen werden!“

 

Diese Woche finden die Verhandlungen auf Beamtenebene statt. Nächste Woche starten die politischen Verhandlungen mit den Staats- und Regierungschefs.

 

 

 

Ein Zeitungsbericht aus den "Salzburger Nachrichten" vom 3. Dezember (Artikel von Sylvia Wörgetter unter dem Tetel "Kattowitz, Klima und Kohle"):

 

Auf dem Weg vom Flughafen in die Stadt wird schnell klar, woran sich die Kritik vieler Umweltschützer entzündet: Rechts voraus tauchen die ersten Fabrikschlote am flachen Horizont auf. „Stahlindustrie“, sagt der Taxifahrer. Wenig später gleitet links ein mächtiger Meiler vorbei. Aus ihm steigt dichter weißer Rauch auf. „Kohlekraftwerk“, erklärt der Taxifahrer jetzt. In der Luft liegt der Geruch nach Kohlestaub.

 

Ausgerechnet in Kattowitz, in der Hauptstadt des oberschlesischen Industriegebets, wird heute die 24. UNO-Klimakonferenz eröffnet. Ausgereichnet in Polen, dessen Energieversorgung noch immer zu fast 80 Prozent von der Kohle abhängig ist. Das Land gilt deshalb als einer der größten Klimasünder. Dennoch ist Kattowitz Gastgeber für die Vertreter von 196 Staaten. Die sollen hier in den kommenden zwei Wochen einen entscheidenden Schritt im Kampf gegen den Klimawandel schaffen.

 

Die Staaten der Welt wollen in Kattowitz das Klimaschutzabkommen von Paris aus dem Jahr 2015 mit einem konkreten Umsetzungsplan versehen. Es gilt den weltweiten Ausstoß von Treibhausgasen, vor allem von CO2, so drastisch zu senken, dass sich die Erdatmosphäre nicht weiter aufheizt.

 

Um höchstens 1,5 Grad darf es bis zum Ende des Jahrhunderts wärmer werden, soll das Klimageschehen noch einigermaßen beherrschbar bleiben. Das haben jedenfalls erst im Oktober die Wissenschafter des Weltklimarats (IPPC) in einem Sonderbericht vorgegeben. Im Pariser Abkommen steht, die Erwärmung müsse deutlich unter zwei Grad bleiben – verglichen mit der Zeit vor der industriellen Revolution.

 

Leicht wird das nicht. Und das liegt nicht nur an US-Präsident Donald Trump, der aus dem Pariser Abkommen aussteigen will. Das liegt an so gut wie allen Regierungen der Welt. Denn die waren in den drei Jahren seit Paris nicht in der Lage, die selbst gesteckten Klimaziele einzuhalten. Was bedeutet: Die Welt rauscht meilenweit am Zwei-Grad-Ziel vorbei – und zu auf eine heiße Zukunft. Drei Grad wärmer wird es am Ende des Jahrhunderts sein, wenn die Staaten ihre Anstrengungen nicht verdreifachen. Diese Warnung haben die Experten des UNO-Umweltprogramms (UNEP) den Delegierten vor wenigen Tagen für Kattowitz mitgegeben.