30. Oktober 2017: CO2-Bilanz alarmierend

 

Über Maßnahmen zum Klimaschutz wird weltweit lange und viel diskutiert, und es wird auch das eine oder andere umgesetzt. Am Aufwärtstrend bei den CO2-Emissionen ändert das vorerst nichts.

 

Im Jahr 2016 wurde weltweit mehr CO2 in die Atmosphäre gepumpt als jemals zuvor. Das zeigt der aktuelle Treibhausgasbericht, den die Weltorganisation für Meteorologie WMO heute in Genf vorstellt. Sie warnt wie bereits in den Jahren zuvor vor den schwerwiegenden und langfristigen Folgen des Klimawandels.

 

Auch 2016 setzte sich der Negativtrend fort. Schon 2015 galt als Rekordjahr in punkto Treibhausgas-Ausstoß. Im vergangenen Jahr wurde dieser Rekord abermals gebrochen. Die Emissionen sind um 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Das liegt u. a. am Wetterphänomen El Nino, das 2016 besonders stark war und in tropischen Regionen zu Dürreperioden geführt hat. In der Folge konnten die dortigen Wälder nicht so viel CO2 aufnehmen.

 

Das CO2, das heute etwa durch Verkehr und Industrie ausgestoßen wird, bleibt 100e Jahre in der Atmosphäre, in den Meeren wird es noch länger gespeichert. Das letzte Mal, als der Planet Erde eine solche CO2-Konzentration erlebt hat, war vor mehr als drei Millionen Jahren. Damals war es fast drei Grad wärmer und der Meeresspiegel mindestens 10 Meter höher. Vergleichbare Folgen des Klimawandels müssten unbedingt vermieden werden, betont die WMO.

 

Doch nicht nur der CO2-Ausstoß ist laut Treibausgasbericht angestiegen, auch die Methan-Emissionen haben 2016 einen neuen Höhepunkt erreicht. Beim Stickstoffdioxid gibt es auch keine Entwarnung von Seiten des WMO. Es greift in hohen atmosphärischen Schichten die Ozonschicht an, die die Erdoberfläche und damit die Menschen vor den UV-Strahlen der Sonne schützt.

 

Morgen folgt das UNO-Umweltprogramm UNEP mit einer Einschätzung bezüglich Klimapolitik. Dieser Bericht analysiert dann, ob die Staaten ihren bisherigen Versprechungen zur Reduktion von Treibausgasen gerecht werden.

 

Beide Berichte erscheinen traditionell vor der UN-Klimakonferenz, die heuer am 6. November beginnen wird, diesmal in Deutschland, nämlich in Bonn.

 

 

Quelle: Ö1-Radiosendung „Mittagsjournal“ vom 30. Oktober 2017