11. März 2012: Vor einem Jahr SuperGAU in Fukushima

 

Vor genau einem Jahr zerstörte ein Zsunami die Kühlsysteme der drei Reaktorblöcke in Fukushima. Noch heute müssen die zerstören Reaktoren dauerhaft mit Wasser gekühlt werden, wobei immer wieder auch radioaktiv verseuchtes Wasser in die Umwelt gerät. In den Anlagen herrschen immer noch so hohe Strahlenwerte, dass Arbeiter die ungelüfteten Teile der Reaktorgebäude gar nicht oder, wenn es unbedingt sein muss, nur sehr kurz betreten dürfen. Deshalb weiß man auch heute noch sehr wenig konkret über den tatsächlichen Zustand der Sicherheitsbehälter und Reaktorkerne.

 

Während der SuperGAU in Tschernobyl (26. April 1986) durch eine Knallgas-Explosion bei laufendem Betrieb verursacht wurde, explodierten die Reaktoren in Fukushima erst, als sie bereits abgeschaltet waren.

 

Aus war es also mit dem Märchen, das die Atomlobby – auch in Österreich – der Bevölkerung immer wieder weismachen wollte, dass man nämlich ein Atomkraftwerk abschalten könne wie jedes andere Kraftwerk.

 

Warum sich ein Atomkraftwerk nicht einfach abschalten lässt, das hat damit zu tun, dass trotz Unterbrechung der Kernspaltung die hoch radioaktiven Brennelemente im Reaktorkern und somit im Reaktordruckgefäß (Dampfkessel) bleiben und eben auf Grund dieser Radioaktivität sich selber erhitzen. Bei einer Störung mit Wasseraustritt aus dem Reaktordruckgefäß muss das Atomkraftwerk noch so weit intakt sein, dass die Brennelemente mit Notkühlsystemen gekühlt werden können. Für diesen größten anzunehmenden Umfall (GAU) muss das Atomkraftwerk ausgelegt sein.

 

Wenn aber die Notkühlung aus irgendeinem Grund nicht funktioniert und die Brennelemente im Reaktorkern nicht gekühlt werden können, beginnen sie zu glühen und schließlich zu schmelzen (Kernschmelze). Nun spricht man vom SuperGAU. Die Schmelze bohrt sich in den Untergrund und ist nicht mehr beherrschbar. In Fukushima gab es in allen drei Rektoren je eine Kernschmelze.

 

Und da die Radioaktivität eine Eigenschaft der Atomkerne ist (also sich im Innersten der Atome abspielt), ist man gegen sie machtlos. Die radioaktive Strahlung lässt sich absolut nicht beeinflussen und nicht neutralisieren, wie wir es bei Chemikalien gewohnt sind. Die einzige Hoffnung besteht darin, dass die Strahlungsintensität abklingt.

 

Gott sei Dank erkennen immer mehr Menschen, dass die Atomenergienutzung ein Irrweg ist, und wehren sich gegen den Bau bzw. Betrieb von Atomkraftwerken.

 

Heute stehen in der Umgebung von Österreich 31 Atomkraftwerke. Und es fließt immer noch Atomstrom aus unseren Steckdosen. Wir können als Anti-Atom-Land eine Vorreiterrolle in Sachen Energieeffizienz und erneuerbare Energien einnehmen und würden damit auch noch unzählige Green Jobs schaffen. Bisher hält sich unser diesbezügliches Bemühen leider noch in Granzen. Wir sind groß in Worten, unsere Taten hinken weit hinterher. Dies zu ändern muss uns gelingen. Natürlich ist hier auch die Politik in hohem Maße gefordert.