Energieaufbringung in Österreich – heute und 2050

 

Studien über erneuerbare Energiequellen 2050 aus inländischer Aufbringung.

Fachleute sprechen von der Möglichkeit, bei großen Anstrengungen und bei Nutzung aller erneuerbaren Energiequellen bis 2050 mit erneuerbaren Energien aus inländischer, ökologisch und sozial verträglicher Aufbringung die Hälfte des heutigen Jahres-Gesamtenergiebedarfes von Österreich (2015: 1409 PJ) decken zu können. Daher sehen sie es einerseits als notwendig, andererseits auch als möglich, ohne Komfortverlust unseren Gesamtenergieverbrauch zu halbieren.

 

Primär-energie

Derzeitiges

Energie-aufkommen

1)

 

„Energie-

Autarkie für

Österreich“

Konstant-

Szenario 3)

    

„Energie-

Autarkie für

Österreich“

Wachstums-

Szenario 4)

 

„Energie-R/evolution

Österreich

2050“ 5)

 

Klima-schutz-

Initiative 6)

 

„Energie der

Zukunft“ Szenario Forciert 7)

„Energie der Zukunft“

Szenario

Pragmatisch 7)

 

„Energie-

zukunft

Österreich“

16)

 

  2015

    2050

    2050

  2050

   2050

   2050

   2050

  2050

Öl

 509 PJ

        0 PJ

      0 PJ

    22 PJ

      0 PJ

    0 PJ

  84 PJ 13)

    0 PJ

Kohle

 135 PJ

        0 PJ

      0 PJ

     

minimal

      0 PJ

    0 PJ

  90 PJ 13)

    0 PJ

Erdgas

 287 PJ

        0 PJ

      0 PJ

    58 PJ

      0 PJ

    0 PJ

  16 PJ 13)

  75 PJ 17)

Strom Export- Import-Saldo

+ 36 PJ

Keine Angabe

Keine Angabe

Keine Angabe

Keine Angabe

- 50 PJ 11)

- 27 PJ 14)

Keine Angabe

Brennbare Abfälle

   31 PJ

Keine Angabe

Keine Angabe

   20 PJ

Keine Angabe

Keine Angabe

Keine Angabe

  24 PJ 18)

Biomasse, Biogas

235 PJ

   244 PJ

   293 PJ

 213 PJ 8)

  275 PJ

398 PJ 12)

415 PJ 15)

283 PJ

Wasserkraft

138,2 PJ

   161 PJ

   177 PJ

 134 PJ

  160 PJ

152 PJ

152 PJ

155 PJ

Photovoltaik

    3,4 PJ

     58 PJ

     70 PJ

   44 PJ

    85 PJ

  95 PJ

 95 PJ

 

  90 PJ 18)

Wind

  18 PJ

     49 PJ

     52 PJ

   19 PJ

    30 PJ

  61 PJ

 61 PJ

  43 PJ

Solarthermie

    8 PJ

     50 PJ

     75 PJ

   25 PJ 9)

    53 PJ

  18 PJ

 32 PJ

  76 PJ 18)

Oberflächen-nahe

Umwelt-wärme 2)

    8 PJ

     49 PJ

     68 PJ

   25 PJ 9)

    45 PJ

  20 PJ

 

 28 PJ

  76 PJ 18)

Tiefe Geothermie

    0,3 PJ

     11 PJ

     71 PJ

     0 PJ

      2 PJ

    7 PJ

   7 PJ

  43 PJ 18)

Industrielle Abwärme

Keine Angabe

Keine Angabe

Keine Angabe

Keine Angabe

Keine Angabe

    6 PJ

   6 PJ

Keine Angabe

Summe erneuerbare Energien

  411 PJ

   622 PJ

   806 PJ

  460 PJ

  650 PJ

707 PJ

796 PJ

766 PJ

Gesamt-energie-verbrauch

1409 PJ

   622 PJ

   806 PJ

  540 PJ 10)

  650 PJ

707 PJ

 959 PJ

865 PJ 19)

 

 

Quellen und Erläuterungen:

 

1) Energieaufbringung Österreich heute (2015):

a) Photovoltaik und Windstrom: www.pvaustria.at – Photovoltaik – Daten und Fakten – PV Marktstatistik – „Innovative Energietechnologien in Österreich Marktentwicklung 2015“, Seite 111 bzw. 202

b) Solarthermie und oberflächennahe Umweltwärme (Wärmepumpen):  www.pvaustria.at – Photovoltaik – Daten und Fakten – PV Marktstatistik – „Innovative Energietechnologien in Österreich Marktentwicklung 2015“, Seite 142 bzw. 175

c) Geothermie: „Erneuerbare Energie in Zahlen 2016. Entwicklung in Österreich, Datenbasis 2015“, Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft  

d) Quelle für alle anderen Werte: www.statistik-austria.at – Energie – Energiedaten Österreich 2015, Seite 6
  

2) Oberflächennahe Umgebungswärme ist Wärme der Luft, des oberflächennahen Bodens bzw. Wassers. Geerntet wird diese Wärme durch strombetriebene Wärmepumpen (wobei der Strombedarf nicht im Wert enthalten ist)

 

3), 4) Wolfgang Streicher u. a., Studie „Energieautarkie für Österreich 2050“, Innsbruck 2010 (in Auftrag gegeben vom Umweltministerium):

https://www.klimafonds.gv.at/assets/Uploads/Studien/Energieautarkie205012pt20110308Final.pdf

 

5) Institut für Höhere Studien, 29. April 2011 (in Auftrag gegeben von Greenpeace, EVN und Gewerkschaft vida); abgelesene Werte von Diagramm auf Seite 3, Abb. B.

https://www.ihs.ac.at/publications/lib/energie_2050.pdf

 

6) Verein „Klimaschutz-Initiative“: hier und hier

 

7) Reinhold Christian u. a., „Energie der Zukunft. Energieautarkie für Österreich?“, St. Pölten 2011, hgg. von Umwelt Management Austria www.uma.or.at – Projekte – Aktuelle Forschungsprojekte – „Zukunftsfähige Energieversorgung für Österreich ZFEÖ (2011)“ – Weitere Informationen; gerundete Werte.

 

8) Inklusive 20 PJ brennbare Abfälle

 

9) Das Diagramm, von dem die Werte abgelesen wurden, enthält bezüglich Niedertemperatur-Wärme nur eine Angabe zu „Umgebungswärme“ und keine über Solarthermie. Tatsache ist aber, dass die Solarthermie bereits heute einen beachtlichen Beitrag zur Energieversorgung leistet und in Zukunft noch viel mehr. Annahme für 2050: 25 PJ Umgebungswärme, 25 PJ Solarthermie.

 

10) Der niedrige Wert ist wie folgt zu erklären: Die Studien „Energie R/evolution 2050“ spricht von der Senkung des Endenergieverbrauches von ca. 1096 PJ (2012) auf ca. 540 PJ. Gemeint ist also hier nicht die Gesamtenergie, sondern nur die Endenergie (Energie, wie sie dem Konsumenten zur Verfügung steht, d. h. Energie ohne den nichtenergetischen Verbrauch (z. B. Öl als Rohstoff für Produkte) und ohne die Bereitstellungsverluste).

 

11) Es wird hier von einem Exportüberschuss bei Strom in der Höhe von 50 PJ ausgegangen (55 PJ Stromexport, 5 PJ Stromimport).

 

12) 398 PJ = Summe von 186 PJ Biogas und 212 PJ feste Biomasse. Die Studie geht in ihrer äußerst optimistischen Annahme davon aus, dass bei Biogas ein inländisches Aufkommen von 205 PJ erreicht wird, wovon 19 PJ in den Export gehen (205 PJ – 19 PJ = 186 PJ). Bei fester Biomasse rechnet die Studie mit einem inländischen Aufkommen von 216 PJ und mit einem Export von 4 PJ (216 PJ – 4 PJ = 212 PJ).

 

13) Das „Szenario Pragmatisch“ geht davon aus, dass weiterhin auch fossile Energie zum Einsatz kommen muss: 84 PJ Öl (128 PJ Import, 44 PJ Export), 90 PJ Kohle (importiert), 16 PJ Erdgas (fast ausschließlich importiert).

 

14) Es wird hier davon ausgegangen, dass etwa dreimal so viel Strom exportiert wird als importiert wird (14 PJ Import, 41 PJ Export, 27 PJ Exportüberschuss).

 

15) Die Studie „Energie der Zukunft“ geht im „Szenario Pragmatisch“ von der sehr optimistischen Annahme aus, dass bei Energie-Biomasse 415 PJ aufbringbar sind (220 PJ Biogas, 185 PJ feste Biomasse und 10 PJ flüssige Biomasse). Bei Biogas rechnet die Studie damit, dass für die 220 PJ einerseits im Inland 205 PJ aufgebracht werden, andererseits zusätzlich 15 PJ importiert werden. Die 185 PJ feste Biomasse entstehen laut Studie aus 216 PJ inländische Aufbringung, vermindert um 31 PJ, die in den Export gehen.

 

16) „Energiezukunft Österreich“, Studie von Andreas Veigl, erstellt im Auftrag von WWF, Global 2000 und Greenpeace, Juni 2015

https://www.global2000.at/sites/global/files/Energiezukunft%20%C3%96sterreich_.pdf

 

17) Die Studie weist dezidiert darauf hin, dass die 85 PJ Erdöl (und Erdgas) für den nichtenergetischen Verbrauch vorgesehen sind, also zur Herstellung von Kunststoffen und für die chemische Industrie. Der Wert ist von der Abbildung 13 („Bruttoinlandsverbrauch“) auf Seite 33 der Studie abgelesen.

 

18) Die Werte sind von der Abbildung 13 („Bruttoinlandsverbrauch“) auf Seite 33 der Studie abgelesen.

 

19) Der Photovoltaik-Wert 23 TWh, der im Text auf Seite 21 angegeben ist, ist extrem niedrig und weicht auch deutlich vom Schaubild auf Seite 33 ab. Es handelt sich offensichtlich um einen Druckfehler und sollte 33 TWh (118 PJ) heißen. 

 

 

Energiemaße:

1 Ws (Wattsekunde) = 1 J (Joule)   = 1 Nm (Newtonmeter)                        1 cal (Kalorie) = 4,19 J

1 kWh (Kilowattstunde) = 3 600 kJ (Kilojoule) = 3,6 MJ (Megajoule)                

1 Mrd. kWh = 1 TWh (Terawattstunde) = 3 600 TJ (Terajoule) = 3,6 PJ (Petajoule)

 

 

Vorsatzzeichen bei der Bildung von Vielfachen von Einheiten:

Kilo   (k) =                                        1 000

Mega (M) =                                 1 000 000

Giga   (G) =                          1 000 000 000

Tera   (T) =                     1 000 000 000 000

Peta   (P) =              1 000 000 000 000 000

Exa   (E) =         1 000 000 000 000 000 000