Energieaufbringung in Österreich – heute und 2050

 

Studien über erneuerbare Energiequellen 2050 aus inländischer Aufbringung.

Fachleute sprechen von der Möglichkeit, bei großen Anstrengungen und bei Nutzung aller erneuerbaren Energiequellen bis 2050 mit erneuerbaren Energien aus inländischer, ökologisch und sozial verträglicher Aufbringung die Hälfte des heutigen Jahres-Gesamtenergiebedarfes von Österreich (2016: 1435 PJ) decken zu können. Daher sehen sie es einerseits als notwendig, andererseits auch als möglich, ohne Komfortverlust unseren Gesamtenergiever-brauch zu halbieren.

 

Sieben Studien über die Nutzung erneuerbarer Energiequellen 2050 aus inländischer Aufbringung:

 

Primär-energie

Derzeitiges

Energie-aufkommen

1)

 

„Energie-

Autarkie für

Österreich“

Konstant-

Szenario 3)

    

„Energie-

Autarkie für

Österreich“

Wachstums-

Szenario 4)

 

„Energie-R/evolution

Österreich

2050“ 5)

 

Klima-schutz-

Initiative 6)

 

„Energie der

Zukunft“ Szenario Forciert

Siehe 7) und 13)

„Energie-

zukunft

Österreich“

14)

„Szenario erneuerbare Energie 2030 und 2050“

18)

 

2016

2050

2050

2050

2050

2050

2050

2050

Öl

520 PJ

0 PJ

0 PJ

22 PJ

0 PJ

0 PJ

0 PJ

82 PJ

Kohle

126 PJ

0 PJ

0 PJ

 

minimal

0 PJ

0 PJ

0 PJ

1 PJ

Erdgas

301 PJ

0 PJ

0 PJ

58 PJ

0 PJ

0 PJ

75 PJ 15)

135 PJ

Strom Export- Import-Saldo

+ 26 PJ

Keine Angabe

Keine Angabe

Keine Angabe

Keine Angabe

- 50 PJ 11)

Keine Angabe

- 71 PJ

Brennbare Abfälle

34 PJ

Keine Angabe

Keine Angabe

20 PJ

Keine Angabe

Keine Angabe

24 PJ 16)

24 PJ

Biomasse, Biogas

245 PJ

244 PJ

293 PJ

213 PJ 8)

275 PJ

398 PJ 12)

283 PJ

282 PJ

Wasserkraft

143 PJ

161 PJ

177 PJ

134 PJ

160 PJ

152 PJ

155 PJ

163 PJ

Photovoltaik

3 PJ

58 PJ

70 PJ

44 PJ

85 PJ

95 PJ

90 PJ 16)

85 PJ

+ 21 PJ 19)

Wind

20 PJ

49 PJ

52 PJ

19 PJ

50 PJ

61 PJ

43 PJ

76 PJ

Solarthermie

8 PJ

50 PJ

75 PJ

25 PJ 9)

53 PJ

18 PJ

76 PJ 16)

 

„Um-gebungs-wärme etc.“

54 PJ

Oberflächen-nahe

Umwelt-wärme 2)

9 PJ

49 PJ

68 PJ

25 PJ 9)

45 PJ

 

20 PJ

 

76 PJ 16)

Tiefe Geothermie

0,3 PJ

11 PJ

71 PJ

0 PJ

2 PJ

7 PJ

43 PJ 16)

Keine Angabe

Industrielle Abwärme

Keine Angabe

Keine Angabe

Keine Angabe

Keine Angabe

Keine Angabe

6 PJ

Keine Angabe

Keine Angabe

Summe erneuerbare Energien

428 PJ

622 PJ

806 PJ

460 PJ

670 PJ

707 PJ

766 PJ

660 PJ 20)

Gesamt-energie-verbrauch

1435 PJ

622 PJ

806 PJ

540 PJ 10)

670 PJ

707 PJ

865 PJ 17)

853 PJ

 

 

Quellen und Erläuterungen:

 

1) Quellen für Energieaufbringung Österreich 2016:

 

a) Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (bmnt) – Energie und Bergbau – Energie   Energie in Österreich 2017 - Zahlen, Daten, Fakten   Dort werden Sie zum Text „Energie in Österreich“ geführt und finden gleich am Anfang das wichtige Schaubild „Energiefluss in Österreich 2016“ (Dieser Text wurde noch zur Zeit der vorigen Bundesregierung verfasst; das Wirtschaftministerium trug den Namen „bmwfw“).

 

b) Wasserkraft: Energie-Control Austria – Gesamte Versorgung – Kalenderjahr 2016: 42.916 GWh = 154 PJ. Das Schaubild „Energiefluss in Österreich 2016“ (a) gibt aber den niedrigeren Wert von 143 PJ an. Da dieses Schaubild einen Gesamt-Überblick über Österreichs Energieversorgung bietet, während sich Energie-Contol Austria nur auf den Strombereich konzentriert, orientiert sich der Verfasser am Schaubild „Energiefluss in Österreich 2016“.

 

c) Photovoltaik und Windkraft: Das Referenz-Schaubild „Energiefluss in Österreich 2016“ spricht von 3 bzw. 20 PJ, während www.pvaustria.at 4,6 bzw. 23,4 PJ angibt (Photovoltaik – Daten und Fakten – PV Marktstatistik – „Innovative Energietechnologien in Österreich Marktentwicklung 2016“, Seite 20).

 

d) Solarthermie und oberflächennahe Umweltwärme (Wärmepumpen): Beide Quellen („Energiefluss in Österreich 2016“ und www.pvaustria.at, Seite 21 bzw. 22) stimmen überein: 8 bzw. 9 PJ.

 

e) Geothermie: Bundesministerium Nachhaltigkeit und Tourismus – Umwelt – Energiewende – Erneuerbare Energie – „Erneuerbare Energie in Zahlen 2017. Entwicklung in Österreich, Datenbasis 2016“, Seite 7   

 

2) Oberflächennahe Umgebungswärme ist Wärme der Luft, des oberflächennahen Bodens bzw. Wassers. Geerntet wird diese Wärme durch strombetriebene Wärmepumpen (wobei der Strombedarf nicht im Wert enthalten ist)

 

3), 4) Wolfgang Streicher u. a., Studie „Energieautarkie für Österreich 2050“, Innsbruck 2010 (in Auftrag gegeben vom Umweltministerium):

http://www.lebensministerium.at/suchergebnisse.html?queryString=Wolfgang+Streicher+Energieautarkie+f%C3%BCr+%C3%96sterreich+2050&Suche=Suche

 

5) Institut für Höhere Studien, 29. April 2011 (in Auftrag gegeben von Greenpeace, EVN und Gewerkschaft vida); abgelesene Werte von Diagramm auf Seite 3, Abb. B.

https://www.ihs.ac.at/publications/lib/energie_2050.pdf

 

6) Verein „Klimaschutz-Initiative“: hier und hier

 

7) Reinhold Christian u. a., „Energie der Zukunft. Energieautarkie für Österreich?“, St. Pölten 2011, hgg. von Umwelt Management Austria www.uma.or.at – Projekte – Aktuelle Forschungsprojekte – „Zukunftsfähige Energieversorgung für Österreich ZFEÖ (2011)“ – Weitere Informationen; gerundete Werte.

 

8) Inklusive 20 PJ brennbare Abfälle

 

9) Das Diagramm, von dem die Werte abgelesen wurden, enthält bezüglich Niedertemperatur-Wärme nur eine Angabe zu „Umgebungswärme“ und keine über Solarthermie. Tatsache ist aber, dass die Solarthermie bereits heute einen beachtlichen Beitrag zur Energieversorgung leistet und in Zukunft noch viel mehr. Annahme für 2050: 25 PJ Umgebungswärme, 25 PJ Solarthermie.

 

10) Der niedrige Wert ist wie folgt zu erklären: Die Studien „Energie R/evolution 2050“ spricht von der Senkung des Endenergieverbrauches von ca. 1096 PJ (2012) auf ca. 540 PJ. Gemeint ist also hier nicht die Gesamtenergie, sondern nur die Endenergie (Energie, wie sie dem Konsumenten zur Verfügung steht, d. h. Energie ohne den nichtenergetischen Verbrauch (z. B. Öl als Rohstoff für Produkte) und ohne die Bereitstellungsverluste).

 

11) Es wird hier von einem Exportüberschuss bei Strom in der Höhe von 50 PJ ausgegangen (55 PJ Stromexport, 5 PJ Stromimport).

 

12) 398 PJ = Summe von 186 PJ Biogas und 212 PJ feste Biomasse. Die Studie geht in ihrer äußerst optimistischen Annahme davon aus, dass bei Biogas ein inländisches Aufkommen von 205 PJ erreicht wird, wovon 19 PJ in den Export gehen (205 PJ – 19 PJ = 186 PJ). Bei fester Biomasse rechnet die Studie mit einem inländischen Aufkommen von 216 PJ und mit einem Export von 4 PJ (216 PJ – 4 PJ = 212 PJ).

 

13) Die Studie „Energie der Zukunft“ enthält auch ein „Szenario Pragmatisch“, in dem der Gesamtenergieverbrauch 2050 mit 959 PJ angegeben wird (davon 796 aus erneuerbaren Quellen).

 

Es wird in diesem Szenario davon ausgegangen, dass weiterhin auch fossile Energie zum Einsatz kommen muss: 84 PJ Öl (128 PJ Import, 44 PJ Export), 90 PJ Kohle (importiert), 16 PJ Erdgas (fast ausschließlich importiert).

 

Bei Strom wird von einem Exportüberschuss von 27 PJ ausgegangen (14 PJ Import, 41 PJ Export), also von einem geringeren Exportüberschuss als im „Szenario Forciert“.

 

Bei Energie-Biomasse geht das „Szenario Pragmatisch“ von der sehr optimistischen Annahme aus, dass 415 PJ aufbringbar sind (220 PJ Biogas, 185 PJ feste Biomasse und 10 PJ flüssige Biomasse). Bei Biogas rechnet das „Szenario Pragmatisch“ damit, dass für die 220 PJ einerseits im Inland 205 PJ aufgebracht werden, andererseits zusätzlich 15 PJ importiert werden. Die 185 PJ feste Biomasse entstehen laut Studie aus 216 PJ inländische Aufbringung, vermindert um 31 PJ, die in den Export gehen.

 

Das „Szenario Pragmatisch“ enthält folgende weitere Abweichungen vom „Szenario Forciert“: Solarthermie 32 PJ (statt 18 PJ), oberflächennahe Umweltwärme 28 PJ (statt 20 PJ).

 

14) „Energiezukunft Österreich“, Studie von Andreas Veigl, erstellt im Auftrag von WWF, Global 2000 und Greenpeace, Juni 2015

https://www.global2000.at/sites/global/files/Energiezukunft%20%C3%96sterreich_.pdf  

 

15) Die Studie weist dezidiert darauf hin, dass die 85 PJ Erdöl (und Erdgas) für den nichtenergetischen Verbrauch vorgesehen sind, also zur Herstellung von Kunststoffen und für die chemische Industrie. Der Wert ist von der Abbildung 13 („Bruttoinlandsverbrauch“) auf Seite 33 der Studie abgelesen.

 

16) Die Werte sind von der Abbildung 13 („Bruttoinlandsverbrauch“) auf Seite 33 der Studie abgelesen.

 

17) Der Photovoltaik-Wert 23 TWh, der im Text auf Seite 21 angegeben ist, ist extrem niedrig und weicht auch deutlich vom Schaubild auf Seite 33 ab. Es handelt sich offensichtlich um einen Druckfehler und sollte 33 TWh (118 PJ) heißen.

 

18) Studie „Szenario erneuerbare Energie 2030 und 2050“ des Umweltbundesamtes, erstellt im Auftrag des Biomasseverbandes, der IG Windkraft und von Save Energy, Wien, April 2016: „Szenario erneuerbare Energie“

www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/publikationen/REP0576.pdf

 

19) Mit „+ 21 PJ“ sind 21 PJ Wasserstoff gemeint.

 

20) Die Studie enthält den Wert 659 PJ bei den Erneuerbaren (660 PJ ergibt die Additionsrechnung). Es ist unklar, warum der Wasserstoff hier nicht mitgezählt wird. Ist es etwa Wasserstoff aus fossilen Quellen?

 

  

Energiemaße:

1 Ws (Wattsekunde) = 1 J (Joule)   = 1 Nm (Newtonmeter)                        1 cal (Kalorie) = 4,19 J

1 kWh (Kilowattstunde) = 3 600 kJ (Kilojoule) = 3,6 MJ (Megajoule)                

1 Mrd. kWh = 1 TWh (Terawattstunde) = 3 600 TJ (Terajoule) = 3,6 PJ (Petajoule)

 

 

Vorsatzzeichen bei der Bildung von Vielfachen von Einheiten:

Kilo   (k) =                                        1 000

Mega (M) =                                 1 000 000

Giga   (G) =                          1 000 000 000

Tera   (T) =                     1 000 000 000 000

Peta   (P) =              1 000 000 000 000 000

Exa   (E) =         1 000 000 000 000 000 000